Bedarfsgerechte KI für die Kinder- und Jugendhilfe

Gemeinwohlorientiert. Sicher. Gemeinsam entwickelt.
Kurzbeschreibung: Warum braucht die Kinder- und Jugendhilfe Künstliche Intelligenz?
Das Projekt entwickelt, erprobt und etabliert gemeinsam mit Trägern der Kinder- und Jugendhilfe sichere und gemeinwohlorientierte KI-Lösungen für die Praxis. Seit April 2026 befindet sich die erste KI-Anwendung im produktiven Einsatz und wird gemeinsam mit den beteiligten Organisationen kontinuierlich weiterentwickelt.
Fachkräftemangel und steigende administrative Anforderungen belasten die Kinder- und Jugendhilfe zunehmend. Künstliche Intelligenz kann Fachkräfte entlasten, Dokumentations- und Verwaltungsprozesse unterstützen und dazu beitragen, fachliche Qualität zu sichern.
Gerade in der Kinder- und Jugendhilfe müssen KI-Lösungen jedoch besonderen Anforderungen genügen. Sie müssen fachlich fundiert, datenschutzkonform, ethisch reflektiert, praxistauglich und nachhaltig sein.
Ziel des Projekts ist daher nicht der Einsatz beliebiger KI-Tools, sondern die gemeinsame Entwicklung bedarfsgerechter KI-Anwendungen, die zu den Arbeitsprozessen, Verantwortungsstrukturen und fachlichen Standards der Kinder- und Jugendhilfe passen.
KI soll Fachkräfte unterstützen, aber nicht ersetzen. Fachliche Bewertung, Verantwortung und Entscheidung bleiben beim Menschen.
Entwicklung von KI-Lösungen für die Kinder- und Jugendhilfe
Seit dem Projektauftakt im März 2025 wird das Vorhaben als gemeinsamer Entwicklungsprozess umgesetzt. Bereits zum Projektstart beteiligten sich fast 80 Träger der freien und öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe. Das Projekt umfasst damit rund 10.000 Arbeitsplätze, an denen KI perspektivisch eingesetzt werden kann.
Im Mittelpunkt stand von Beginn an die Frage, wie KI-Lösungen entstehen können, die nicht nur technisch leistungsfähig sind, sondern auch den fachlichen, rechtlichen, organisatorischen und ethischen Anforderungen der Kinder- und Jugendhilfe entsprechen.
In der ersten Projektphase wurden Bedarfe aus der Praxis erhoben, mögliche Anwendungsfelder identifiziert und priorisiert sowie erste Entwicklungsschritte konkretisiert. Der erste Entwicklungsloop konzentrierte sich insbesondere auf die Unterstützung bei:
- Dokumentationen, Protokollen und Berichten
- Strukturierung und Zusammenfassung von Informationen
- Formulierungen und Übersetzungen
- adressatengerechter Kommunikation
Auf dieser Grundlage wurden erste Anwendungsfälle ausgearbeitet, User Stories entwickelt und Prototypen erprobt. In Testphasen und Austauschformaten wurden unter anderem Funktionen zur Protokollerstellung, zur pädagogischen Tagesdokumentation, zur Recherche im SGB VIII sowie zur Textgenerierung in Einfacher und Leichter Sprache getestet und weiterentwickelt.
Datenschutz, digitale Souveränität, fachliche Kontrolle, Praxistauglichkeit und das Prinzip „Human in the Loop“ bilden auch in der weiteren Entwicklung den verbindlichen Rahmen.
Erste KI-Anwendung in der Kinder- und Jugendhilfe im Praxiseinsatz
Seit April 2026 steht die erste KI-Lösung für den produktiven Einsatz im Arbeitsalltag zur Verfügung. Der produktive Einsatz wird über Lizenzen finanziert, die auch unabhängig von einer Projektteilnahme erworben werden können.
Neue Anforderungen, Rückmeldungen und Ideen aus den beteiligten Organisationen werden kontinuierlich aufgenommen und in die Entwicklung integriert.
Das Projekt versteht KI nicht als fertiges Produkt, sondern als gemeinsamen Lern- und Entwicklungsprozess. Der regelmäßige Austausch zwischen Fachpraxis, Wissenschaft und technischer Entwicklung bildet dabei den Kern des Projekts.
KI-Kompetenz, Wissensmanagement und gemeinsame Weiterentwicklung
Mit dem Übergang in den Livebetrieb und dem Beginn des zweiten Entwicklungsloops liegt die Projektführung beim Zentrum für Gemeinwohlorientierte KI, der GKI GmbH.
Das GKI wurde von Prof. Dr. rer. nat. habil. Michael Macsenaere und Stefan Richter gegründet, um gemeinwohlorientierte KI-Lösungen für soziale Handlungsfelder zu ermöglichen. Es übernimmt die organisatorische und strukturelle Trägerschaft und führt das Projekt in Kooperation mit dem IKJ fort.
Das IKJ bringt seine Expertise weiterhin in die fachliche und wissenschaftliche Begleitung des Projekts ein. Dadurch bleibt die Weiterentwicklung der KI-Lösungen eng an den fachlichen Anforderungen der Kinder- und Jugendhilfe und an den Erfahrungen der beteiligten Organisationen ausgerichtet.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung von AI Literacy. Mitarbeitende sollen KI nicht nur anwenden, sondern ihre Möglichkeiten, Grenzen und Risiken verstehen und fachlich reflektiert einsetzen können.
Schulungen, Austauschformate und gemeinsame Entwicklungsprozesse stärken deshalb die Kompetenz im verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz.
Im zweiten Entwicklungsloop steht insbesondere das Wissensmanagement im Mittelpunkt. Fachliches, organisatorisches und rechtliches Wissen soll sicher, strukturiert und kontextbezogen nutzbar gemacht werden. Die partizipative Weiterentwicklung mit den beteiligten Organisationen bleibt dabei ein zentrales Element des Projekts.
Projektempfehlung durch den BVkE

Mit Beschluss vom 11. Februar 2025 empfiehlt der Vorstand des Bundesverbandes Caritas Kinder- und Jugendhilfe e. V. die Teilnahme am Projekt „Bedarfsgerechte KI für die Kinder- und Jugendhilfe“.
Projektführung, Beteiligung und Kontakt
Bei Fragen zur Teilnahme, zur Organisation oder zur weiteren Projektentwicklung wenden Sie sich bitte direkt an das Zentrum für Gemeinwohlorientierte KI:
E-Mail: info@gemeinwohl.ai
Website: gemeinwohl.ai
Weiterführendes Angebot der IKJ Akademie
Weitere Grundlagen zum fachlich reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz vermittelt der E-Learning-Kurs der IKJ Akademie „KI in der Kinder- und Jugendhilfe“.
Der Kurs unterstützt Fachkräfte dabei, Chancen, Grenzen und Risiken von KI zu verstehen und Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll, datenschutzsensibel und praxisnah einzusetzen. KI in der Kinder- und Jugendhilfe – Onlinekurs
Laufzeit
seit 2025

